Fast wie in alten Zeiten

Vorwärts in der Altstadt 2.0

Vorwärts / Motörpussy Altstadt 2.0 25. März 2017

Da erinnert man sich gern an früher: Vorwärts aus der Schweiz und Motörpussy aus Stuttgart rocken das ehemalige Stereo Total. Der Abend lohnt nicht nur aufgrund des günstigen Biers.
Den Abend eröffnen die Stuttgarter Motörpussy mit ihrem Trash-Rock‘n Roll. Relativ schnell wird klar, dass die Band heute nicht ankommt. Dabei zieht sie fast alle Register der Rock-Bühnen-Klischees. Sänger Robin aka Reverend Reichsstadt betritt mit Sonnenbrille und Megafon die Bühne. Zwischendurch klettert er auch mal auf dem Schlagzeug rum. Gitarrist Tex Torpedo – auch bei Rock‘n Roll Stormtroopers aktiv – schüttelt die Mähne und hantiert wild mit der Klampfe.
Motörpussy geben allesReverend Reichsstadt klettert
Doch das Publikum bleibt reserviert. Getanzt wird nicht – teilweise gibt es nach den Songs nicht einmal Höflichkeitsapplaus. Das hatte die Band wohl anders erwartet. Wenn ich richtig zähle, filmen drei Kameras den Auftritt.
Unter der Mütze verstecken sich blaue HaareAuch die Matte des Gitarristen rettet den Auftritt nicht
Die Hauptband Vorwärts kannte ich vor dem Auftritt überhaupt nicht. 1979 im Basler Umland gegründet, löste sich die Band 1988 auf. 1998 haben sie wieder zusammen gefunden – zum Glück. Denn schon für ihren Song T.V. Generation lohnt sich das Konzert. Auf You Tube findet sich dazu ein Video von 1984, das mich überzeugt hat, das Konzert zu besuchen. Über einem stark Rock‘n Roll beeinflusstem Punk liegt die klare Stimme von Sänger Udi. Im Video ähnelt er etwas dem jungen Morrissey.
Die fünf von VorwärtsSänger Udi prägt mit seinem Organ den Sound
Auch 32 Jahre später ist die Stimme unwesentlich gealtert. Dazu spielt die Band ein druckvolles Gemisch aus 79er-Punk und Rock‘n Roll und hat sichtlich Spaß am Auftritt. Eigene Stücke werden garniert mit Coverversionen von Punkklassikern.
Die Band animiert zum TanzenDas zweite verbliebene Originalmitglied
Das kommt beim Publikum an: Vor der Bühne bildet sich bald ein Pogogetümmel, das bis zum Ende durchhält und auch ich lasse mich hinreissen mitzumachen.
Paartanz sieht man selten auf Punk-KonzertenDrummer werden oft übersehen
Ein Abend fast wie zu besten Stereo Total-Zeiten. Bis 2009 befand sich Heilbronns bester Laden am Konzertort. Nicht wenige in der Stadt trauern ihm noch hinterher. Auf – Achtung – MySpace findet sich tatsächlich noch ein Profil mit Fotos.
Action in der Altstadt 2.0Am Ende liegt man sich in den Armen
Von der Atmosphäre her kann die Altstadt 2.0 nicht mithalten. Sollten noch weitere Konzerte wie dieses folgen, bin ich zumindest dankbar, dass an der Stelle überhaupt wieder Bands auftreten. Ach ja – mit drei Euro ist das Bier ziemlich günstig.


1 Antwort auf „Fast wie in alten Zeiten“


  1. 1 udi 30. März 2017 um 18:59 Uhr

    danke vielmals für den review. wir hatten jede menge spass in heilbronn. wir kommen auch sicher mal wieder – und hoffen, euch dann alle wieder zu sehen. cheers, udi & vorwärts

Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.