Sag noch einmal „James Brown“

Defect im Heilbonner Data

Defect / Yonic South, Data 77112 7. Dezember 2017

Aus Italien kommt nicht nur Pizza sondern auch Defect und Yonic South. Die interessante musikalische Kombination ergibt ein nettes Gratis-Konzert im Data.

Ein ohrenbetäubender Lärm schreckt die Gäste im Data auf. Seit geraumer Zeit versuchen mehrere Bandmitglieder die PA zum Laufen zu bekommen. Immer wieder hat der Bassist von Defect „James Brown“ ins stumme Mikrofon gesprochen. Doch statt der Stimme kommt nur unglaublicher Krach aus den Boxen. Die Zeit drängt etwas, da wegen der Anwohner um 22 Uhr Schluss sein muss. Irgendwann ist es dann plötzlich doch so weit: Das Mikrofon überträgt Töne und die erste Band Defect legt los.
Defect aus ItalienDer Schlagzeuger von Defect
Die Musik der Italiener ist stark vom Grunge beeinflusst. Musste ich beim Anhören der Bandcamp-Seite zunächst an Nirvana denken, höre ich beim Liveauftritt starke Parallelen zu Mudhoney. Was wohl vor allem an der Fuzz-Gitarre liegt.
Zwei Sänger - ein Mikro\"Komm doch rein!\"
Lust haben die drei Kerle auch. Irgendwann holen sie die Bassistin der zweiten Band Yonic South für einen Song als Sängerin dazu. Stimmung im Data ist gut. Der winzige Laden ist mit etwa 20 Besuchern gut gefüllt, die Leute wippen mit.
Die Gastsängerin von Yonic SouthGrunge ist nur echt mit Wollmütze
Nach kurzer Umbauphase dann mit Yonic South eine weitere Band aus Italien. Auch wenn die mit dem Bandnamen auf die New Yorker-Noiseband verweisen, hat das Quartett mit denen musikalisch weniger zu tun. Garagepunk mit starkem Rock‘n Roll-Einschlag ist ihr Ding. Dadurch rhythmischer und geht auch direkt in die Beine. Das Wippen im Publikum steigert sich zu leichtem Tänzeln.
Yonic South aus ItalienSänger und Drummer - noch gesittet
Die Band wirkt auch sehr motiviert und der Sänger wirft sich gegen Ende der Show sogar zu Boden und fuchtelt wild mit der Gitarre herum. Für ein Gratiskonzert am Donnerstag ein netter Abend. Kann ich mir auch in einem größeren Rahmen vorstellen.
Erinnert irgendwie an Malcolm YoungZum Schlu� dann gro�e Show
Lacher des Abends war für mich neben den 30 „James Brown“ beim Soundcheck, Daniel von Tpih mit seinem schicken schwarzen Trolley. Hatte was von Business-Punk. Ziemlich Punk war übrigens auch die Konzertankündigung vom Data. Auf die Idee, das sich hinter der Facebookveranstaltung „Bissl Raus Musch“ und dem Hinweis „Bands aus Italien“ mit zwei kommentarlosen Links ein interessanter Konzertabend versteckt, muss man erst mal kommen.